| Aufruf zur Bündniskundgebung |
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Am 19. Juni 2010 treffen sich erneut ca. 150 Neonazis im niedersächsischen Eschede auf dem Hof vom Landwirt Joachim Nahtz, um ihre heidnische Sommersonnwendfeier abzuhalten. ! DAS SONNWENDFEUER LÖSCHEN ! ! SCHLUSS MIT DEM NA[HT]ZISCHEISS !
Sonnwendfeiern in Eschede gehören schon seit langem zu den wichtigsten Vernetzungstreffen der Neonazis im norddeutschen Raum. Die "Kameradschaft 73 Celle", unter der Führung des mehrfach vorbestraften Neonazis Dennis Bührig, nutzt diese um Verbindungen mit anderen Gruppen der extremen Rechten zu schaffen und zu stärken. Auf den, als völkisch-germanische "Brauchtumsfeste" getarnten Zusammenkünften werden Kontakte geknüpft und Aktionen vorbereitet, es wird aber auch beim abendlichen Feuer das Lebensgefühl der Neonazis ausgelebt und mit entsprechenden Reden gestärkt. Kinder und Jugendliche werden in diese rechte Lebenswelt durch Spiele und Erzählungen eingebunden. Im Nationalsozialismus wurden Sonnwendfeiern in eine vermeintlich „germanische Tradition" gestellt, an der sich die Nazis orientierten. Während dieser Feiern wurde eine, von den Nazis selbst konstruierte, „Blut-, Boden-, und Rassengemeinschaft“ zelebriert und verstärkt propagiert, welche angeblich seit den Germanen in Deutschland existiert.
Diese Treffen auf dem ohnehin abgeschiedenen Gelände des NPD Mitglieds Joachim Nahtz werden zudem intensivst von der Polizei abgeschottet und geschützt. Beispielsweise durch Einschränkungen der Gegendemonstrationsroute, die so stark sind, dass mensch nicht einmal in Hör- und/ oder Sehweite der Neonazis gelangt, was antifaschistischen Widerstand stark behindert. Bereits seit dem Jahr 2000 finden die Sonnwendfeiern und andere Veranstaltungen mehrmals im Jahr auf dem Nahtzhof statt. Die bereits verbotene "Heimattreue deutsche Jugend" (HdJ), die "Jungen Nationalisten" (die Jugendgruppe der NPD), die niedersächsische neonazistische Frauenorganisation "Düütsche Deerns", die Kameradschaft "Snevern Jungs" aus Schneeverdingen und vor allem die "Kameradschaft 73 Celle" veranstalten dort auch Konzerte, Standorttreffen und interne Schulungs- und Strategieveranstaltungen. Der Hof in Eschede ist zu einem zentralen und einem der strategisch wichtigsten Orte der Vernetzung der gesamten norddeutschen Neonazi-Szene geworden. Die "Kameradschaft 73 Celle" gehört zu den organsiertesten und aktivsten Kameradschaften in Niedersachsen und im gesamt norddeutschen Raum. Sie hat einen starken Zulauf und genießt Anerkennung innerhalb der rechten Szene. Die Celler Kameradschaft gehört zu dem Verbund "Nationale Sozialisten Niedersachsen", dem zurzeit wichtigsten Netzwerk gewaltbereiter und offen nationalsozialistisch auftretender Kameradschaftsgruppen Niedersachsens. Eine stark öffentlichkeitserregende Aktion der nahen Vergangenheit war die Besetzung des ehemaligen Hotels "Landhaus Gerhus" bei Faßberg, im Sommer des Jahres 2009. Aus dem Hotel wollte der im Oktober letzten Jahres verstorbene NPD-Vize Jürgen Rieger ein Schulungszentrum für die extreme Rechte entstehen lassen. Auch bei dem Verteilen der rechten Jugendzeitung "Bock" an Schulen, wirkte die "Kameradschaft 73 Celle" aktiv mit. Ihre Führungsperson Dennis Bührig hat sich in den letzten Jahren im Kader der rechten Szene immer weiter nach oben gearbeitet und gehört mittlerweile zu den wichtigsten in der Öffentlichkeit stehenden Personen der Rechten. 2008 griff er in Hamburg, während des Naziaufmarsches zum 1. Mai, einen Journalisten tätlich an. Ein Jahr später war er der Anmelder der polizeilich verbotenen 1. Mai-Demonstration der Neonazis in Hannover. Dieses Jahr war Dennis Bührig einer der Organisatoren und Ordner des Naziaufmarsches in Berlin. Ein weiterer regelmäßiger Besucher der Treffen auf dem Nahtzhof ist Marco Siedbürger, der im Moment eine 14 monatige Haftstrafe für ein Gewaltdelikt absitzt. Vor elf Jahren wurde der damals 44 jährige Peter Deutschmann von ihm und einem weiteren Escheder Nazi-Skinhead, Johannes K., in seinem Haus am Rande Eschedes brutal ermordet. Trotzdem hält sich das öffentliche Engagement, in der Gemeinde Eschede, gegen das Treiben auf dem Hof von J. Nahtz stark in Grenzen. Es ist wichtig, dass sich Widerstand gegen die Treffen auf Hof Nahtz bildet, auf denen so offen menschenverachtende Ideologie propagiert wird:
ES GIBT KEIN RUHIGES HINTERLAND! DEN NA[HT]ZIHOF AUSMISTEN!
Interventionistisches Kollektiv Celle www.schlussmitnahtzischeiss.tk |