Anhänger der rechtsextremen Szene bemühen sich um Einfluss in Schule und Kindergarten – der eigene Nachwuchs wird frühzeitig auf den Kurs „völkischen Gemeinschaftslebens“ gebracht.
„Knecht Ruprecht ruft Familien mit Kleinkindern zum Fest“, so hieß es kurzzeitig auf der Internetseite der NPD in Lüneburg. Die Feier für den Nachwuchs ist für den 12. Dezember geplant – der Veranstaltungsort bleibt geheim.
Ein großer Teil der über 30 000 weiblichen und männlichen Rechtsextremisten bundesweit gründen zur Zeit eigene Familien, oft stammen bereits beide Elternteile aus der Szene. Damit wird auch die Kindererziehung zwangsläufig zum Politikum. Ziel extrem rechter Frauen und Männer ist es langfristig, eine „nationale Gegenkultur“ für die gesamte Familie zu schaffen.
Gemäß der eigenen Ideologie gelten Familien als „kleinste Einheiten völkischen Denkens“, bleiben somit nicht dem Privatleben einzelner Anhänger überlassen. Entsprechend dieser Logik soll die ganze Familie als Teil eines ganzheitlichen Denk- und Lebensprozesses die anvisierte nationale „Volksgemeinschaft“ stärken und langfristig etablieren. Die Kinder der „Bewegung“ sollen dabei „Schutz, Geborgenheit und Identität der Gemeinschaft“ erfahren“ und so natürlich auf den Kurs „völkischen Gemeinschaftslebens“ gebracht werden.